Gegen 750 nach Christus waren bereits die rheinischen Bischofsstädte - Köln, Mainz, Worms, Speyer - auch die wichtigsten Handelsplätze. Die Bedürfnisse eines Bischofssitzes wie Worms, machten es notwendig, dass ein überregionaler Markt entstand, zu dessen Terminen die Wanderhändler fremder Länder mit ihren Waren gezogen kamen. Gehandelt wurden hauptsächlich Tuche, Seide, Pelze, Wein, Salz, Pech, Spiegel, Farbstoffe, Arzneikräuter, später auch Vieh, Holz, Metalle und gesalzene Heringe. Über die verkehrsgünstige Lage am Rhein, war Worms an den Fernhandel angeschlossen und so konnte man auch in den Besitz von Luxusgütern kommen. Entgegen der allgemeinen Reichswährung der Karolingerzeit, führten die abgekapselten Währungsbereiche des hohen Mittelalters dazu, dass fremde Kaufleute ihr mitgebrachtes Geld oder Silberbarren in ortsübliche Zahlungsmittel und zurück tauschen mussten. Natürlich mit Gewinn für Münzherren und Geldwechsler. Noch bevor in Worms Münzen geprägt wurden, gab es einen Monetarius (Münzmeister), der in der Moneta (Münze) das “auf dem Markte als rechte Währschaft dienende Geld, auf seinen rechten Gehalt und Gewicht prüfte”. Der Monetarius war meist ein ansässiger wohlhabender Händler, der sein Vermögen als Kapital für die Wechselgeschäfte einsetzte. Solange der Geldverkehr in Worms noch gering war, reichte eine einzelne Persönlichkeit und seine Mittel als Monetarius aus. Später musste er Gehilfen und kapitalkräftige Genossen annehmen. Das war der Anfang der Hausgenossenschaft. “Hußgenos” hat seinen Ursprung daher, dass Münzer,seit einem Erlass Karls des Großen von 809, nur  an einer bestimmten Stelle (Hause), nämlich der Münze, ihre berufliche Tätigkeit ausführen dürfen. Mit der Zeit wurde der Geldverkehr in Worms so groß, das die Vermünzung des eingewechselten Silbers an Ort und Stelle notwendig wurde. Die ältesten in Worms geprägten Denare stammen aus der Zeit Kaiser Ottos II (973 - 978). Später wurden hauptsächlich Wormser Pfennige geprägt. Das an den Bischof verliehene Münzrecht, fällt bei Anwesenheit des Kaisers (Königs), an diesen zurück. Der Münzmeister besorgte die Stempel, mit denen man die “bilde  off die pfennige” machte. Durch das Schlagen mit einem großen Hammer auf einen eisernen Stempel wurden die Münzen geprägt, was die Münzknechte unter Aufsicht des Münzmeisters erledigten. Im Urkundenbuch der Stadt Worms wurden unter Anderen folgende Münzmeister erwähnt: 1179  Heinricus Monetarius 1197  Sigefriedus Monetarius 1233  Sigelo Monetarius 1262  Fridegerus Monetarius Ab Mitte des 13. Jahrhunderts wurden in Worms keine Münzen mehr geprägt und der süddeutsche Heller verdrängte  langsam den Wormser Pfennig. Wenn auch in Worms keine Münzen mehr hergestellt wurden, so behielten die Hausgenossen jedoch noch zahlreiche Privilegien. Die Grenzen zwischen Rittertum und städtischem Patriziat waren fließend. Es gab enge verwandtschaftliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Beziehungen. Viele, durch Bank- und Wechselgeschäfte reich gewordene Münzerfamilien, haben bedeutende Ländereien gekauft und sind im Landadel aufgegangen. 1491 wurde die Münze an die Stadt verkauft und anschließend als Rathaus genutzt. Der Drache, einst das Wahrzeichen der Münzer Hausgenossen, wurde ebenfalls übernommen und fand seinen Weg ins Wormser Stadtwappen. Der große Brand von 1689 zerstörte schließlich das Haus der Münze und an der Stelle wurde die Dreifaltigkeitskirche erbaut.